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DESCRIPTION:mit Frank Dupree & Anhaltische Philharmonie Dessau. Konzert im Rahmen des Kurt Weill Fests 2022.\nErwin Schulhoff\n2. Sinfonie\nNikolai Kapustin\nKlavierkonzert Nr. 4 op. 56\nAntonín Dvořák\nSinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der neuen Welt«\nErwin Schulhoff, Sohn einer großbürgerlichen deutsch-jüdischen Familie, erhielt auf Anraten Antonín Dvořáks schon mit 7 Jahren Klavierunterricht beim Direktor des Prager Konservatoriums, bevor er mit 10 Jahren hier ein reguläres Studium aufnehmen konnte. Später studierte der junge Mann in Wien, Leipzig und Köln. In Dresden kam er in Berührung mit dem Jazz und anderen ästhetischen Strömungen, die sich fortan in seinen Werken widerspiegelten, so auch 1932 in seiner von heiterem Neoklassizismus geprägten 2. Sinfonie. Der dritte Satz ist hier »Scherzo alla Jazz« überschrieben und verwendet Altsaxophon und Banjo. Jazz bestimmte das Leben des 2020 im Alter von 82 Jahren verstorbenen Nikolai Kapustin. Er stammte aus der Ukraine, studierte am Moskauer Konservatorium und machte sich in der Sowjetunion einen Namen als exzellenter Jazz-Pianist. Kapustin selbst wollte nie Jazzmusiker sein und sah sich eher als Komponist. Was in Stücken wie seinem 4. Klavierkonzert (1989) wie eine hinreißend virtuose Improvisation klingt, ist in Wahrheit bis ins kleinste Detail aufgeschrieben – kein »sinfonischer Jazz«, sondern eine höchst eigenständige Mischung aus Klassik und Jazz. Mit dem jungen Tausendsassa Frank Dupree sitzt ein Pianist am Flügel, der sich wie Kapustin gleichermaßen bei Jazz und Klassik zu Hause fühlt. Eine geniale Synthese aus tschechischen und amerikanischen Elementen, eingebettet in die klassische Form der viersätzigen Sinfonie, schuf Antonín Dvořák 1893 während seines Amerika-Aufenthaltes mit seiner 9. Sinfonie. Er gab ihr den Beinamen »Aus der neuen Welt« und meinte damit nichts anderes als »Eindrücke und Grüße aus der neuen Welt«, gerichtet an die Lieben daheim in Böhmen.\n
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